European integration from below? Eastern European migrants in Germany and the role of transnational spaces in the enlargement of the EU

Editor: Barbara Dietz
Ordering party: Forschungsverbund Ost- und Südosteuropa (forost), financed by the Bavarian State Ministry for Science
Period: June 2003 - May 2005
Keywords: Economic and social integration of Eastern European immigrants in Germany, East-West migration in the wake of the EU enlargement, transnational networks

The following text is available in German only

Das Forschungsprojekt beschäftigte sich mit den Fragen, welche Migranten seit dem Ende der achtziger Jahre aus Mittel- und Osteuropa nach Deutschland kamen, wie sie sich in den Arbeitsmarkt integrieren und wie sich ihre Beziehung zu ihren Heimatländern gestalten.
Die Analyse der einzelnen Projektthemen stützte sich auf Hypothesen der Migrations- und Integrationstheorie. Als empirische Basis nutzte das Projekt eine Vielzahl statistischer Quellen, so die Daten des Ausländerzentralregisters, der Zuwanderungsstatistik, der Visastatistik, der Beschäftigtenstatistik, des Mikrozensus und eigener Erhebungen (Umfrage zu saisonalen Arbeitsmigranten).
Als wesentliche politikrelevante Projektaussagen sind festzuhalten:
• Seit Mitte der neunziger Jahre ist die Zuwanderung aus den MOE-Staaten nach Deutschland durch (zeitlich befristete) Arbeitsmigrationen und durch Immigrationen zu Studienzwecken bestimmt. Ein Großteil der Zuwanderungen ist kurzfristig und wiederholt.
• Die Osterweiterung hat - aufgrund von Übergangsregelungen - keine dramatische Ausweitung der Arbeitsmigration gebracht. Problembereiche zeichnen sich allenfalls im Bezug auf Firmengründungen und Arbeitnehmerentsendungen ab.
• Die MOE-Immigranten in Deutschland kommen zum überwiegenden Teil aus Polen, bringen eine vergleichsweise gute Ausbildung mit und sind jünger als die deutsche Bevölkerung. Der Frauenanteil bei den Zuwanderern aus den MOE-Staaten ist höher als bei Ausländern und Deutschen.
• Ebenso wie Ausländer in Deutschland sind die MOE-Zuwanderer überdurchschnittlich häufig als Arbeiter beschätigt. Der Anteil an Selbständigen ist bei Polen und Rumänen geringer, bei Immigranten aus Ungarn, der tschechischen und slowakischen Republik höher als bei Ausländern in Deutschland. Die Firmen der Mittel- und Osteuropäer sind nicht in "ethnischen Nischen" angesiedelt.
• Die Integration der MOE-Zuwanderer in den Arbeitsmarkt weist Defizite auf: sie verdienen ca. 15% weniger als vergleichbare Einheimische und haben ein höheres Arbeitslosigkeitsrisiko.
• Die Herausbildung transnationaler Netzwerke ist erst im Ansatz zu beobachten. Von Bedeutung sind die transnationalen Verknüpfungen privater Haushalte, die doppelte Staatsbürgerschaften (bei Polen und Rumänen), die Unionsbürgerschaft in der EU und die Heimatüberweisungen von MOE-Arbeitsmigranten.

Wesentliche Publikationen:
DIETZ, Barbara, Ost-West-Migration im Kontext der EU-Erweiterung, Aus Politik und Zeitgeschichte, B 5-6, 2. Februar, 41-47, 2004:

DIETZ, Barbara, Gibt es eine Alternative? - Zur Beschäftigung polnischer Saisonarbeitnehmer in Deutschland , Arbeiten aus dem Osteuropa-Institut München, Nr. 253, Februar, 2004

DIETZ, Barbara, Transnationale Netzwerke und die Bedeutung von Vertrauen bei der Rekrutierung und Beschäftigung polnischer Saisonarbeiter in Deutschland, in: J. Maier (Hrsg.): Die Rolle von Vertrauen in Unternehmensplanung und Regionalentwicklung - ein interdisziplinärer Diskurs, forost Arbeitspapiere Nr. 27, 67-78, 2005

DIETZ, Barbara, Europäische Integration von unten? Die mittel- und osteuropäische Migrantenbevölkerung in Deutschland und die Rolle transnationaler Räume im Erweiterungsprozess, forost Arbeitspapiere Nr. 34; 2005