Department of History - Projects

Bavaria and Russia: Origin and development of architectural relations from 1800 - 1850 (from Carl Friedrich von Wiebeking to Leo von Klenze)
Editor: Sergej Fedorov
Ordering party: (DFG)
Period: 2000-2003
Keywords: Bavaria, Leo von Klenze, Saint Petersburg, Munich, history of architecture, Carl Friedrich von Wiebeking, The New Hermitage, 19th century

The following text is available in German only

Die bayerisch-russischen Beziehungen im Bereich des Bauwesens beruhten im 19. Jh. in erster Linie auf den Kontakten zweier führender Persönlichkeiten des süddeutschen Bauwesens jener Zeit, des Direktors des bayerischen Brücken- und Straßenbaus Carl Friedrich von Wiebeking (1762-1842) und des kgl. bayerischen Oberbaudirektors Leo von Klenze (1784-1864).
Die am Anfang des Projekts aufgestellte Hypothese, die Aktivitäten Wiebekings hätten für die Berufung Klenzes nach Russland den Weg geebnet, bestätigte sich nicht. Im weiteren Verlauf wurde der Arbeitsschwerpunkt daher auf den weniger erforschten Aspekt „Wiebeking und Russland" verlagert. Die in den russischen Archiven vorhandenen Materialien zu den Aktivitäten des Direktors des bayerischen Brücken- und Straßenbaus Carl Friedrich von Wiebeking erwiesen sich als sehr umfangreich und haben die bayerischen Archivalien im besten Sinne ergänzt. Aus diesem Grund konnte im Rahmen des Projekts das Thema Carl von Wiebeking und Russland erstmals im Rahmen einer Monographie aufgearbeitet werden. Eine erste Zusammenfassung der Ergebnisse wurde 2003 in der Zeitschrift für bayerische Landesgeschichte publiziert. Die ausführliche zweisprachige Haptdarstellung zum Thema mit etwa 80 Abbildungen erschien 2005.
Im Mittelpunkt des Buches stehen von Wiebekings langjährigen Kontakte nach St. Petersburg. Diese 1804 aufgenommenen Verbindungen bildeten über dreißig Jahre lang einen wichtigen Hintergrund für die breiter angelegten Außenkontakte des neuen russischen Corps der Verkehrswegeingenieure (gegr. 1809 durch Augustin de Bétancourt). Die in russischen und bayerischen Beständen verteilten, bis heute unbekannten Archivquellen und Planmaterialien spiegeln die wichtigsten Etappen der Tätigkeit Wiebekings als Erbauer neuartiger hölzerner Bogenbrückenkonstruktionen und hydrotechnischer Anlagen sowie als Verfasser mehrbändiger enzyklopädischer Analysen der zeitgenössischen Baupraxis. Als Höhepunkt der Beziehung Wiebekings zu Russland können die in den Beständen der Bayerischen Obersten Baubehörden lagernden Entwürfe zum Hochwasserschutz der russischen Hauptstadt und der Insel Kronstadt aus den Jahren 1831-1833 gelten. Außerdem zeigen die Quellen die Entstehung eines europäischen Netzwerks von Ingenieurcorps und Ingenieurschulen, die die politischen Annäherungs- und Abgrenzungsprozesse zwischen den einzelnen Staaten häufig vorwegnahmen. Insgesamt behandelt diese monographische Arbeit ein weniger bekanntes Beispiel für die Verbindungen zwischen Süddeutschland und Russland, das die Anfänge des Wissenschafts- und Technologietransfers im Bauwesen als Teil der kulturellen Beziehungen zwischen Deutschland und Russland aufzeigt.


Veröffentlichungen:
Fedorov , Sergej: Klenze und St. Petersburg - Bayern und Russland. Verzeichnis der Quellen mit einem Überblick über die Architektur- und Ingenieurbeziehungen 1800-1850. München: Osteuropa-Institut, 2003. - 207 S. - (Osteuropa-Institut München: Mitteilungen; 51).

Fedorov, Sergej: Der Generaldirektor des bayerischen Straßen- und Brückenbaus Carl Friedrich von Wiebeking und Russland 1800-1840 // Zeitschrift für bayerische Landesgeschichte. - 66,1. - 2003. - 201-224.

Fedorov, Sergej: Carl Friedrich von Wiebeking und das Bauwesen in Russland|zur Geschichte deutsch-russischer Architekturbeziehungen 1800 - 1840. Karl Fridrich von Vibeking i stroitel'noe delo v Rossii. München: Deutscher Kunstverlag 2005. 224 S.